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Wie funktioniert die Kyphoplastie?

Was ist Kyphoplastie?

Unter Kyphoplastie versteht man das Stabilisieren von Wirbelkörperbrüchen durch das Einbringen von Knochenzement, nachdem der Wirbelkörper zuvor durch einen Ballon aufgerichtet wurde.
Frage: Was ist eigentlich Knochenzement?
Knochenzement kein Zement im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr ein Verankerungsmaterial aus zwei Komponenten. Er wird erst unmittelbar vor der Anwendung aus Flüssigkeit und Pulver angerührt und härtet dann innerhalb weniger Minuten vollständig aus. Damit verklebt der Knochenzement die Bruchteile eines Wirbelkörpers fest miteinander und gleicht die fehlende Knochensubstanz aus.
Knochenzement wird bereits seit über 50 Jahren erfolgreich in der Orthopädie angewendet.
Der Ballon wird in den zusammengebrochenen Wirbelkörper eingebracht und mit Kontrastmittel befüllt. Anschließend wird der Knochenzement eingespritzt, der den zusammengebrochenen Wirbelkörper von innen stabilisiert und eine weitere schmerzhafte Verformung verhindern kann.
Patienten verspüren meist unmittelbar nach dem Eingriff schon einen deutlichen Schmerzrückgang. Die Kyphoplastie zählt zu den minimalinvasiven Verfahren, daher müssen Patienten nur wenige Tage im Krankenhaus bleiben.

Die Narkose

Der Eingriff wird in den meisten Fällen in Vollnarkose durchgeführt. In Einzelfällen kann er auch unter örtlicher Betäubung erfolgen. Welche Narkoseart angewandt wird, wird im Rahmen des Aufklärungsgespräches mit dem Operateur oder dem Narkosearzt besprochen.
Der Eingriff zur Behandlung eines Wirbelkörperbruches dauert in der Regel etwa 45 Minuten; werden mehrere Wirbelkörper behandelt, verlängert sich die Operationszeit um jeweils 20 Minuten.

Beginn des Eingriffes

Nachdem die Narkose begonnen hat, wird der Patient auf dem Bauch gelagert. Anschließend werden der oder die betroffenen Wirbelkörper markiert, der Rücken desinfiziert und steril abgedeckt. Damit der Operateur während des Eingriffes Lage und Richtung seiner OP-Instrumente überprüfen kann, wird ein Röntgen- oder CT-Gerät bereitgestellt. Anschließend führt der Operateur links und rechts vom betroffenen Wirbelkörper kleine, ca. 1 cm lange Hautschnitte durch.

Positionieren der Arbeitskanäle

Über diese Hautschnitte wird nun jeweils eine Hohlnadel bis in den Wirbelkörper eingeführt. Durch das Röntgen- oder CT-Gerät kontrolliert der Operateur dabei jederzeit die ideale Lage der Hohlnadeln. Bei korrekter Lage werden die Hohlnadeln nun gegen Arbeitskanülen ausgetauscht.

Einbringen und Auffüllen des Ballons

Der Operateur bringt nun über die Arbeitskanülen Ballons in den Wirbelkörper ein. Diese werden im nächsten Schritt mit flüssigem Kontrastmittel befüllt, so dass der Operateur durch das Röntgen- oder CT-Gerät mitverfolgen kann, wie sich der Wirbelkörper aufrichtet. Hat er eine ausreichende Höhe erreicht, werden die Ballons mit dem Kontrastmittel entfernt.

Einfüllen des Knochenzementes

In die so entstandenen Hohlräume wird über die Arbeitskanäle zähflüssiger Knochenzement eingefüllt. Dieser bildet eine Art „inneren Guss“ für den Wirbelkörper. Zudem enthält er ein Kontrastmittel, so dass der Operateur über das Röntgen- oder CT-Gerät die Verteilung des Knochenzementes genau beobachten und beurteilen kann.

Abschluss der Operation

Wenn ausreichend Knochenzement in den Wirbelkörper eingespritzt wurde, können die Arbeitskanülen entfernt werden. Anschließend werden die kleinen Hautschnitte entweder mit einer Hautnaht oder durch Pflaster verschlossen.

Im Aufwachraum

Wurde eine Vollnarkose durchgeführt, wird der Patient direkt nach der Operation im Aufwachraum von einem speziell geschulten Pflegeteam und Narkosärzten überwacht und betreut. Bei Bedarf werden Infusionen oder Schmerzmedikamente verabreicht. Hat sich der Allgemeinzustand stabilisiert, wird der Patient auf die normale Station in sein Krankenzimmer zurückverlegt.
Frage: Wo liegen die Unterschiede zwischen Vertebroplastie und Kyphoplastie?
Der Hauptunterschied besteht darin, dass bei der Kyphoplastie der Wirbelkörper zunächst mit einem Ballon aufgerichtet wird, bevor der zähflüssige Knochenzement eingefüllt wird. Im Gegensatz dazu wird bei der Vertebroplastie der Wirbelkörper direkt mit dünnflüssigem Knochenzement stabilisiert.
In Studien konnte nachgewiesen werden, dass beide Verfahren zu einer gleichwertigen, deutlichen Schmerzlinderung bei eingebrochenen Wirbelkörpern führen!